Verlässliche Grundschule - Betreuungskonzept
GHS Schuntersiedlung Braunschweig (Stand: 2004/05)
1. Allgemeines
Die Verlässliche Grundschule hat das Ziel, die Grundschule zu einem Lern- und
Lebensraum auszugestalten, der den kindlichen Bedürfnissen in besonderem Maße
entspricht und den bildungspolitischen Anforderungen an die Grundschule gerecht
wird. Die gesicherte Betreuung ist inzwischen landesweit verwirklicht und gilt
auch aus familienpolitischen Gründen als ein Erfolgsmodell.
In der Verlässlichen Grundschule beginnt der Unterrichtsvormittag um 8 Uhr und
endet um 13 Uhr. Das bedeutet, dass für alle Schüler/innen täglich ein
mindestens fünf Zeitstunden umfassendes Schulangebot sichergestellt wird. Die
Schüler/innen können im Anschluss an den Unterricht an einer Betreuung
teilnehmen. Die Teilnahme ist freiwillig und kostenfrei. Wird ein Kind dazu
angemeldet, besteht diese Verpflichtung für mindestens ein Schulhalbjahr.
Es stehen an unserer einzügigen Grundschule zwei Betreuungskräfte zur Verfügung,
die ständigen Kontakt mit den Klassenlehrerinnen halten.
2. Betreuungsangebot
Die Betreuungskräfte bieten den Kindern im Wochenrhythmus verschiedene
Beschäftigungsmöglichkeiten an. Die Kinder bekommen dadurch Orientierungshilfen
und die Gelegenheit ohne Zeitdruck ihren individuellen Fähigkeiten nachzugehen.
Dabei werden die körperlichen, psychischen und sozialen Bedürfnisse jedes
Einzelnen bei ständig wechselnden Unterrichtsbeanspruchungen im Schul-vormittag
besonders berücksichtigt. Wichtig ist, dass aktuelle Belange von Kindern
unmittelbar aufgegriffen werden, z.B. Krankheit eines Haustieres, Erzählen von
Sorgen und Nöten wie auch Erlebnisse aus vorherigen Unterrichtsstunden.
Nachfolgend einige geplante Aktivitäten in der Betreuungsstunde:
- Freies und angeleitetes Spielen je nach Wetterlage drinnen und draußen
Im Schulgebäude stehen dazu im Grundschulflur die unterrichtsfreien Klassenräume
zur Verfügung. Das sind in der Regel die Räume der Klassen 1 und 2, in denen
meist nur die ersten vier Schulstunden Unterricht erteilt wird. Hier sind auch
Spielecken und –schränke mit differenzierten Materialien als Betätigungsangebot.
Der Flur vor den Klassenräumen sowie die Aula der Schule können im Bedarfsfall
einbezogen werden, z.B. für Projekte oder auch bei schlechtem Wetter.
Im Außenbereich bietet der Pausenplatz der Grundschule diverse Möglichkeiten an,
da er mit dem Sportplatz der Schule identisch ist. Es sind an dessen Rand
Klettergeräte mit Ringen und Stangen zum Hangeln und Schaukeln aufgestellt. Eine
Sandkistenanlage, die Weitsprunggrube und zwei Tore zum Fußballspielen ergänzen
das Außenangebot. Rundum bieten Büsche und Bäume Gelegenheit zum Versteckspielen
und Budenbauen. Zudem können Sitzgelegenheiten am Grillplatz daneben zum
Ausruhen genutzt werden. Weiterhin sind auf dem Pausenhof der Hauptschule
Tischtennisplatten fest installiert, die ebenfalls mit benutzt werden. Diverses
Spielmaterial, Seile, Bälle, Eimer und Schaufeln liegen in Spielkisten dazu
bereit.
- Basteln und Malen je nach Jahreszeiten
Es befinden sich in den Schülerfächern Tuschkästen und Farbstifte, Blöcke,
Klebstoff und Scheren. Farbiges Tonpapier und Bastelmaterialien sind in
Klassenschränken ebenfalls vorhanden. Am Kopierer kann zudem alles
vervielfältigt werden. Diverse Materialien werden vom besonderen Etat der VG
angeschafft.
- Gesellschaftsspiele, Geschicklichkeitsspiele, Konzentrationsspiele,
Wahrnehmungsspiele
In den Spielecken und -schränken sind diverse Spiele gelagert, die sich die
Kinder zur individuellen Verfügung greifen oder die von der Betreuerin für ein
spezielles Gruppenspiel ausgewählt werden. Drei von vier Klassenräumen weisen
auch Gruppenräume auf, in denen gehüpft und jongliert werden kann oder die
Rückzug in ruhigere Zonen bieten.
- Lieder singen, Musik hören und sich dazu bewegen
In jedem Klassenraum befindet sich ein CD-Player oder Kassettenrecorder, so dass
dieser zur musischen Unterstützung eingesetzt werden kann. Diverse CDs und
Kassetten liegen in den Musikfächern bereit, die auch im Unterricht genutzt
werden. Zudem bringen Kinder auch selbst ihre Wunschmusik mit. Im Musikraum der
Schule sind die Orffschen Instrumente gelagert, die zur Unterstützung solcher
Aktionen und des Rhythmusgefühls eingesetzt werden können.
- Geschichten hören und nachspielen
Die Klassenbüchereien sowie Lehrerliteratur bieten zum Vorlesen und stillem
Vertiefen genug Literatur an. Mit Hilfe von angebotener Sachliteratur kann zudem
diskutiert und begutachtet werden. Das Nachspielen von Geschichten oder Witzen,
die Darbietung von Sketchen für besondere Gelegenheiten oder auch das Trainieren
von Rollenverhalten durch spielerische Aktivität wird oft mit und ohne Zutun der
Betreuungskraft geübt.
- Naturbegegnung
Durch die direkte Nähe zur vorbei fließenden Schunter mit ihren Auewiesen sind
Kleintiere oftmals auch auf dem angrenzenden Schulgelände zu beobachten: Frösche,
Lurche, Grashüpfer, Vögel, Eichhörnchen, Rehe u.v.a.m. Die weit reichende
Grünanlage der Schule mit ihrer vielfältigen Bepflanzung bietet
Naturbetrachtungen und –begegnungen in allen vier Jahreszeiten, die anderswo
nicht so gegeben sind.
- Naturmaterialien sammeln und damit basteln
Entsprechend können alle Materialien aus der Natur zum Basteln, Pressen,
Sezieren und Beobachten in die Hand genommen und untersucht werden: Blumenkränze
flechten, Gräserpuppen erstellen, Pflanzen trocknen und damit gestalten,
verlassene Nistkästen mit Papiervögeln zu neuem Leben erwecken, usw.
3. Größe der Betreuungsgruppe
Die maximale Größe der zu betreuenden Gruppe ist vorgeschrieben. Die Anzahl der
angemeldeten Schüler erwirkt in jedem Schulhalbjahr dann die Anzahl der
benötigten Betreuungskräfte sowie die Größe der Schülergruppen. Dieses variiert
jeweils. In der Regel sind an unserer Grundschule zwei Betreuerinnen
gleichzeitig tätig. Die Tagesgruppen sind von unterschiedlicher Größe, da die
Unterrichtszeiten der vier verschiedenen Klassen auch variieren und vom
Stundenplan abhängig sind.
4. Absprachen zwischen Betreuungskräften und Kolleginnen
Um im Sinne der Kinder optimal individuell betreuen und einwirken zu können,
bedarf es einer kontinuierlichen Kommunikation und Reflexion. Folglich sind
regelmäßige Absprachen ganz direkt in besonderen Fällen oder gelegentlich für
grundsätzliche Anliegen notwendig. Die direkten Anliegen werden bei der Übergabe
der Kinder nach dem Unterricht von der Lehrkraft sogleich mit der Betreuerin
abgesprochen. Auffälligkeiten innerhalb der Betreuungszeit werden am Folgetag
beredet oder bei dringenden Anliegen in Telefonaten am gleichen Tag abgeklärt.
Eine Pinwand für Betreuungsanliegen mit den Stundenplänen der Klassen, den
Namenslisten der zu betreuenden Kinder und auch zum Austausch anliegender
Neuerungen ist im Grundschulflur sichtbar für alle ausgehängt. Hier werden auch
die täglichen Notizen angeheftet, die Änderungen des normalen Ablaufs beinhalten.
Weiterhin werden die Betreuerinnen zu den Dienstbesprechungen der Grundschule
eingeladen, erhalten die Möglichkeit zu hospitieren, erörtern nach ihrem
Vertretungseinsatz für erkrankte Lehrkräfte in den Grundschulklassen diverse
Gesichtspunkte anschließend mit den Kolleginnen und erhalten Material zur
Gestaltung der Vertretungsstunde. Sie informieren ihrerseits die Lehrkräfte über
Auffälligkeiten und unnormale Geschehnisse im Zeitraum der Betreuung.
Gez. Leuchtenberg / David